…Über mich…

Ein paar Worte über mich ( und warum mein Motorrad im Titelbild ist… )

Also, ich bin Jürgen, Jahrgang 1953 und wohne in Hildesheim. Seit September 2013 arbeitet bei mir ein Herzunterstützungssystem, umgangssprachlich ein „Kunstherz“. Darüber, was das für mich bedeutet, und was das mit meinem Motorrad zu tun hat, möchte ich hier berichten.

Vorausgegangen ist dieser ganzen Geschichte ein Herzinfarkt im Urlaub in Dänemark. Da ich die Symptome aus meiner damaligen Sicht nicht als solche erkannte, außerdem war ich doch „unkaputtbar“, kam die Sache mit dem Notarzt natürlich viel zu spät! So hat es dann fast zwölf Stunden gedauert, bis ich in der Uniklinik in Odense behandelt wurde. Hier erhielt ich einen Stent und war danach fünf Tage auf der Intensivstation, ehe ich wieder mit einem Krankentransport nach Hildesheim in ein Krankenhaus zurückkam.

Etwas möchte ich in diesem Zusammenhang noch erwähnen, die medizinische und menschliche Betreuung in Dänemark war hervorragend und die Sprachprobleme nicht gravierend. Offenbar arbeiten in Dänemark eine Reihe deutscher Krankenpfleger/innen. Der Rest konnte mit etwas Englisch gut überbrückt werden.

Heute kann ich darüber reden, als sei die ganze Geschichte nicht so dramatisch gewesen. Aber dass ich überhaupt wieder nach Deutschland zurückkommen könnte, war damals nicht die einzige Option!

Eine Sache möchte ich klarstellen: Auch wenn ich hier über mich und mein Leben berichte, so bedeutet das nicht, dass meine Familie nur so „nebenbei stattfindet“. Sie hat mich über die Jahre sehr unterstützt und war und ist mir eine große Hilfe. Deswegen ist es mir wichtig, das an dieser Stelle zu erwähnen.

Nach der Entlassung aus dem Hildesheimer Krankenhaus kam ich zur Reha. Da jedoch die Schädigung des Herzens so stark war, konnte der Erfolg nicht allzu deutlich ausfallen. Tatsächlich ging es dann rund ein Jahr nur noch bergab. Eine schlimme Zeit, für alle. Im allerletzten Moment und mit etwas Glück, erhielt ich dann in Hannover in der Medizinischen Hochschule das Kunstherz. Da ich jedoch so „abgewrackt“ war, dauerte es lange, bis ich mich von der Operation einigermaßen wieder erholt hatte.

Inzwischen, ( Frühjahr 2018 ) nach ca. viereinhalb Jahren, ist mein ehrliches Fazit: Gut, dass es mir so gut geht! Das sind bis jetzt also schon mal viereinhalb geschenkte Jahre. Natürlich, hier und da gibt es ein paar Einschränkungen, die belasten mich jedoch nur körperlich ein wenig, nicht mental.

Und hier kommt jetzt mein Mopped ins Spiel. Schon lange bin ich viel und gerne mit einem Zweirad unterwegs, zuletzt mit einem 125´er Roller. Allerdings war ich das letzte halbe Jahr bevor ich die OP hatte, dazu nicht mehr in der Lage. Und mindestens genauso schwer ist es mir gefallen, nicht mehr mit meinem Boot aufs Wasser zu gehen. Mit meinem Boot kann ich leider auch jetzt nicht mehr los. Kräftemäßig würde ich das zwar wieder schaffen, meine Familie hat jedoch ein Veto eingelegt, naja gaaanz unberechtigt ist das ehrlicherweise nicht. Da meine „Pumpe“ mit Strom von außerhalb läuft, ist Wasser eben nicht die ideale Umgebung. Und bei einem Schlauchboot ist kentern schon mal möglich, auch wenn es ein ziemlich großes ist ( war ). Vielleicht bringe ich es ja noch zu einem kleinen Kajütkreuzer, schließlich habe ich meine Bootsführerscheine ja nicht nur aus Jux und Dollerei gemacht. Naja, die Zukunft wirds bringen, dann kann ich ja wieder selber zum Angeln auf die Ostsee fahren ( siehe unter Hobbys ).
Dafür habe ich dann meinen Führerschein auf große Motorräder aufgewertet. Wie gesagt, gefahren bin ich schon immer gern, hatte aber nur kleine Roller. Die große Yamaha ist auch ein großer Schritt, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum Einen braucht das Hantieren und Fahren durchaus einiges an Kraft, zum Anderen gibt es auch eine große Freiheit und Unabhängigkeit. Natürlich muss ich immer „Strom“ mit mir rumschleppen und ein Auge auf die Akkuladung haben – na und? Das alles wird ermöglicht durch das Kunstherz: also, mir gehts supergut! Und wenn die „Pumpe“ weiter so zuverlässig kurbelt wie der Motor meiner Yamaha, bleibt das auch so! Wie schon gesagt, das Mopped hat als Überschrift unbedingt seine Bedeutung.